Lithium-Ionen-Akkus und Zellen im Test

Zulassung von Lithium-Ionen-Akkus

Wer Lithium-Ionen-Akkus und Akkupacks in den Verkehr bringen will, muss als Hersteller oder Lieferer bestimmte Vorschriften beachten. Die betreffen einerseits den Transport der Akkus nach der internationalen Vorschrift UN38.3. Außerdem muss in der EU die Zertifizierung nach CE beachtet werden.

Außerhalb von Europa können darüber hinaus aber auch andere Landesnormen in Frage kommen wie z.B. die UL für USA oder die PSE für Japan.

Der Akkupack Hersteller ist für die Produktzertifizierung verantwortlich

Unternehmen mit internationalen Geschäftsinteressen müssen vorausschauend für ihre jeweiligen Absatzmärkte und die hierfür notwendigen Zulassungen im Idealfall schon in der Entwicklungsphase daran denken, welche Zertifikate und Zulassungen gebraucht werden.

Die Entscheidung hat wesentlichen Einfluss auf die Auswahl von Bauteilen und Komponenten, denn bevor Lithiumzellen/-batterien überhaupt befördert werden dürfen, müssen sie bestimmte Tests erfolgreich bestehen. Diese Tests simulieren Transportbedingungen wie Druck, Temperatur, Quetschung, Aufprall etc.

Wir sorgen dafür, dass unsere Endprodukte alle erforderlichen Zertifizierungsnormen erfüllen:

UN-Transporttest 38.3

Im United-Nation (UN)-Handbuch Kapitel 38.3 werden weltweit vorgeschriebene Anforderungen an den Transport von Lithium-Ionen-Zellen und Lithium-Ionen-Batterien beschrieben.

Prüfkriterien UN 38.3 Test:

  1. UN-Test T.1: Höhensimulation
  2. UN-Test T.2: Thermische Prüfung
  3. UN-Test T.3: Vibration
  4. UN-Test T.4: Schock
  5. UN-Test T.5: Äußerer Kurzschluss
  6. UN-Test T.6: Aufprall/Quetschung
  7. UN-Test T.7: Überladung
  8. UN-Test T.8: Erzwungene Entladung

Ein UN-Transporttest erfordert in der Regel einen Zeitaufwand von sechs bis acht Wochen. Es werden bis zu 16 Akkupacks für die Zertifizierung benötigt. Zusätzlich müssen Akkumulatoren mit 50 Ladezyklen bereitgestellt werden, dies erfordert eine Vorbereitungsphase von ca. 2 Wochen.

Die Gültigkeit des UN-Transporttests und das darüber einmal ausgestellte Zertifikat bleibt für den geprüften Akkupack ohne zeitliche Begrenzung bestehen, sofern keine relevanten Veränderungen am Produkt vorgenommen werden, wie z.B. Typwechsel bei der Zelle, Wechsel der Schutzbeschaltung oder ähnliches.

Die erfolgreiche Prüfung ist weltweit Voraussetzung, damit der Typ per Straße/Schiene/Schifffahrt/Luft befördert werden darf.

 EN 62 133

Europäische Norm für Akkumulatoren und Batterien mit alkalischen oder anderen nicht säurehaltigen Elektrolyten. Primär geht es bei den Kriterien der EN 62 133 um die Sicherheitsanforderungen für tragbare gasdichte Akkumulatoren und daraus hergestellte Batterien für die Verwendung in tragbaren Geräten.

Underwriters Laboratories (UL) 1642 und 2054

Für den nordamerikanischen Markt wird empfohlen, seine Lithiumbatterie nach einer entsprechenden UL-Norm prüfen und zertifizieren zu lassen. Das ermöglicht Ihnen einen schnelleren Markteintritt und reduziert Ihr Haftungsrisiko. Underwriters Laboratories ist eine unabhängige Organisation, die Produkte hinsichtlich ihrer Sicherheit untersucht und zertifiziert.

Sie prüft Produkte, Komponenten, Materialien und Systeme dahingehend, ob sie spezifischen Ansprüchen genügen. Gerätehersteller, die ihre Produkte z.B. auch auf dem US-amerikanischen Markt anbieten wollen, müssen zusätzlich UL-Zulassungen durchführen lassen. Im Fokus sind hier die Zulassungen gemäß UL 1642 (für Lithium- und Lithium Ionen Einzelzellen) und UL 2054 (für Lithium-Ionen-Akkus, inklusive aller Komponenten).

 CE-Kennzeichnung

Bestätigung der Übereinstimmung des Produkts mit den einschlägigen EU-Richtlinien: der Niederspannungsrichtlinie (LVD) sowie der Richtlinie über die elektromagnetische Verträglichkeit (EMC).

IP-Kennzeichnung / IP-Dichtigkeitsklasse:

Bestimmung des Sicherheitsniveaus des elektrischen Gerätes vor dem Einfluss äußerer Faktoren.

Transporte von Lithium-Ionen-Akkus / Zellen / Batterien ohne UN 38.3-Test

Ohne Nachweis des UN-Tests dürfen Zellen und Batterien nur unter verschärften Bedingungen als so genannte Prototypen befördert werden. Ebenfalls zulässig ist dies für Kleinserien von maximal 100 Zellen/Batterien. Geregelt ist dies im ADR und IMDG-Code in der Sondervorschrift 310.

Der Luftverkehr regelt dies im IATA-DGR-Handbuch die Sonderbestimmung A88. Hierfür ist jedoch in jedem Fall eine behördliche Genehmigung erforderlich.

Lithium-Ionen-Akkus

Lithium-Ionen-Akkus – Leicht und Leistungsstark

In den meisten E-Bikes werden Lithium-Ionen-Akkus verbaut. Als Kernstück von E-Bike und Pedelec sind sie, im Gegensatz zu anderen Akku-Arten, dank ihrer hohen Energiedichte besonders leicht und leistungsstark. Lithium-Ionen-Akkus haben allerdings mit vielen Vorurteilen zu kämpfen, doch was ist an den Vorurteilen dran? Wir werfen einen Blick auf Lithium Zellen und verraten Ihnen was Sie wissen sollten.

Immun gegen den Memory-Effekt

Lithium-Ionen-Akkus sind, anders als viele andere Akku Arten, immun gegen den sogenannten Memory-Effekt. Unter Memory-Effekt versteht man einen Kapazitätsverlust der durch häufiges entladen entstehen kann, wenn immer nur teilweise entladen wird. Diese Teilentladungen sorgen dafür, dass der Akku sich die benötigte Energiemenge merkt und später nur noch diese zur Verfügung stellt. Lithium-Ionen-Akkus sind frei vom Memory-Effekt und werden deshalb heute in vielen elektronischen Geräten verbaut.

Geringe Selbstentladung

Auch hier können Lithium-Ionen-Akkus glänzen. Lagert man Akkumulatoren ein, entladen sich diese mit der Zeit selbst. Bei Lithium-Ionen Akkus bedeutet die geringe Selbstentladung grade mal 1-2 % im Monat. Bei richtiger Lagerung und Pflege (LINK) kann der Lithium-Ionen Akku ohne Kapazitätsverlust sogar für mehrere Monate eingelagert werden.

Ladezyklen und Zellalterung

Je nach Hersteller-Angabe kann ein Lithium-Ionen-Akku zwischen 600 und 1000 Ladezyklen überdauern. Bei richtiger Lagerung und Pflege sogar mehr. Unter einem Ladezyklus versteht man das vollständige Laden eines Akkus. Dabei addieren sich einzelne Teilladungen zu einer vollständigen Ladung zusammen. Wenn der Akku vollständig geladen ist, sollte man ihn direkt vom Ladegerät trennen, um eine vorzeitige Zellalterung zu verhindern.

Wichtig! Möchten Sie Ihren Akku etwa über den Winter einlagern, empfiehlt es sich den Akku bei einer Temperatur von etwa 10 – 20 Grad und in einem trockenen Raum einzulagern um den Verlust der Kapazität zu verhindern.

Das Batteriemanagementsystem

Lithium-Ionen Akkus verfügen über ein sogenanntes BMS (Batteriemanagementsystem). Das BMS überwacht und regelt die Ladeströme der einzelnen Lithium-Ionen Zellen, die zum Beispiel in E-Bike Akkus verbaut sind. Der Zellschutz steht dabei im Mittelpunkt.

Weitere Funktionen sind unter anderem:

  • Ladekontrolle, zu der auch die Bestimmung des Ladezustandes gehört
  • Bestimmung von Alterung und Restkapazität
  • das Ausgleichen der einzelnen Zellen, damit nicht z.B. eine komplett verbraucht und die andere noch vollständig intakt ist
  • die Kommunikation mit dem Fahrrad und dem Fahrer
Gefahren und Risiken

Wie bei allen anderen Akkus, sind auch Lithium-Ionen-Akkus nicht frei von Risiken. Ursachen für Batteriebrände können durch „fehlerhafte Handhabung“, „mechanische Beschädigung“, „sekundäre thermische Belastung“ äußeren oder inneren Kurzschluss“, „Überladung“ oder „Tiefenentladung der Zelle“ sowie durch „defekte Ladegeräte“ entstehen.

Deshalb unsere Empfehlung: Akkus nie unbeobachtet über Nacht laden und stets dafür sorgen, dass der Ladeprozess in einer nicht brennbaren Umgebung passiert, dazu den Akku z.B. auf einem Steinboden, einer Metallplatte oder einer Ksite mit Sand positionieren. Wird der Akku übermäßig heiß, sofort den Ladeprozess unterbrechen und einen Fachmann kontaktieren.

Den richtigen Umgang mit den Gefahren werden wir in nachfolgenden Beiträge näher behandeln.

Fazit: Wenn man sich gut über die richtige Handhabung, Lagerung und Pflege informiert und die wichtigsten Tipps umsetzt, sind Lithium-Ionen-Akkus sicher in ihrer Anwendung.

Lithiumbatterien

Lithiumbatterien – Gefahren und Risiken

Wenn man allgemein von Lithiumbatterien spricht, denkt man sofort an wieder aufladbare Batterien mit großer Leistung und langer Lebensdauer. Sie sind zudem auch noch relativ leicht  und können somit ideal für mobile Anwendungen genutzt werden.

Lithiumbatterien sind Energiespeichersysteme, in denen Lithium als Aktivmaterial für die Batterieelektrode verwendet wird. Man unterscheidet bei den Lithiumbatterien zwischen aufladbaren und nicht aufladbaren Batteriearten. Die nicht aufladbaren werden als Lithium-Metall und die aufladbaren als Lithium-Ionen Batterien bezeichnet.

Diese relativ junge Technologie verbreitet sich über unseren Globus in einer unglaublichen Geschwindigkeit, dies insbesondere auch seit dem Einzug dieser Technik in die E-Mobilität. Die Energiespeicher der Elektroautos der Zukunft basieren auf dieser Technologie und Ingenieure suchen weltweit nach Möglichkeiten der kontinuierlichen Leistungssteigerung.

Betriebliche Sorgfaltspflichten im Umgang mit Lithiumbatterien

Erst durch spektakuläre Schadenfälle einhergehend mit einem Flugzeugabsturz in 2010, mehreren Flugzugbränden sowie industriellen Bränden, ausgelöst durch Lithiumbatterien, erfolgte eine Sensibilisierung für dieses Thema.

Die Lithiumbatterien sind kleine „Kraftwerke“, die chemisch gespeicherte Energie beim Entladevorgang in elektrische Energie umwandeln. Sie können im Normalbetrieb diesem Lade- und Entladevorgang unbeschadet mehrere hundertmal unterzogen werden, dafür sind sie ausgelegt und gebaut.

Nichtsdestotrotz passiert es immer wieder, dass Lithiumbatterien als Brandursachen identifiziert werden. In der Regel beginnt das mit einem Schwelbrand, der, wenn er im frühen Stadium entdeckt wird, noch mit herkömmlichen Löschmitteln bekämpft werden kann.

Wird der Schwelbrand nicht sofort erkannt, erhitzen sich die Batterien durch die weitere Wärmeeinwirkung so stark, dass es zu einer unkontrollierten Explosion der Batterie kommen kann. Dabei muss man wissen, dass die sich entladende thermische Energie das vielfache der gespeicherten elektrischen Energie ausmachen kann. Der Fachmann bezeichnet diesen Vorgang mit „Thermal Runaway“, eine Systemüberhitzung, die zu einem Versagen des Batteriegehäuses führt und als explosionsartige Entladung wahrgenommen wird.

Risiken und Gefahren

Solange die Lithiumbatterie den normalen Betriebsbedingungen ausgesetzt, die Batterie nicht durch Produktionsfehler, mechanische und/oder thermische Einwirkung beschädigt wird, ist das Schadenrisiko gering. Die Lithiumbatterie ist für einen sehr breiten Temperaturrahmen ausgelegt, der von -20° – +60° reicht. Die idealen Betriebsbedingungen mit dem größten Leistungsspektrum erstrecken sich von 20° – 40°. Darüber bzw. darunter verliert das System an Leistung. Deshalb sollte man die Batterie nicht Frost oder sehr großer Hitze aussetzen.

Ursachen für Batteriebrände

Die häufigsten Ursachen sind fehlerhafte Handhabung, mechanische Beschädigung, übermäßig hohe thermische Belastung z.B. auch durch Sonneneinstrahlung, ein Kurzschluss durch äußere oder auch innere Einwirkung oder Überladung bzw. Überentladung der Zelle / Batterie.

In allen Fällen kommt es in der Regel zu Störungen im Inneren der Zelle, zu Beschädigungen des Batteriegehäuses mit der Folge von Austritt ätzender, giftiger und krebserregender Substanzen in fester oder gasförmiger Form. Da Lithium einen relativ niedrigen Schmelzpunkt von nur ca.180° hat, ist die Brandgefahr durch explosionsartige Entladung in Verbindung mit dem Elektrolyt besonders groß.

Allgemeine Schutzmaßnahmen

Als Arbeitgeber ist man nach dem Arbeitsschutzgesetz und der Betriebssicherheits-verordnung zu Schutz- und Sicherheitsmaßnahmen verpflichtet. Dieses gilt sowohl für bauliche, organisatorische und anlagentechnische Maßnahmen. Die hohe Brandgefahr erfordert u.U. besondere bauliche Räume, die aus nicht brennbaren Materialen als Brandabschnitt konstruiert werden und verhindern helfen, dass Brände auf andere Gebäudeteile überspringen können.

Lithiumbatterien sind generell von anderen Materialien getrennt zu lagern und mit besonderen Sensoren (Brandmelden) zu versehen, die bereits den Schwelbrand melden und so größere Brandschäden verhindern helfen. Die Feuerwehr empfiehlt die direkte Verknüpfung der Rauchmeldeanlage mit 24 Std. besetzen Einsatzleitstellen.

Für die Mitarbeiter ist „richtiges Verhalten“ bei Lithiumbränden besonders wichtig. Die Lithiumbatterien sind Gefahrgut, die Mitarbeiter lernen durch fachliche Unterweisung den richtigen Umgang mit dem Material für den externen Transport. Analog gilt dieses Wissen natürlich auch für die internen Transporte.

Es beginnt mit der Auswahl und Kennzeichnung der Lagerorte und umfasst die Regelung der Fluchtwege. Brennbare Gegenstände gehören deshalb nicht in die Nähe dieser Läger. Über ausreichende Be- und Entlüftung sollte ebenfalls im Planungskonzept etwas ausgeführt sein. Des Weiteren müssen jegliche Risiken der mechanischen Beschädigung vermieden werden.

Für gebrauchte oder defekte Lithiumbatterien müssen besondere Behältnisse (nicht brennbar) organisiert werden, in denen diese Teile abseits von brennbaren Gegenständen gelagert werden. Das gleiche gilt für Entsorgungsmaterial. Dabei ist besonders darauf zu achten, dass die Pole der Batterien mit Isolierband abgeklebt werden, um einen Kurzschluss und einen möglichen Brand ausschließen zu können.

Eine ausreichende Versorgung mit Handfeuerlöschern ist ebenfalls zu empfehlen.

Qualitätskontrolle nach Konfektionierung eines Akkupacks für die Industrie

Lithium-Ionen Batterien

Lithium-Ionen Batterien gewinnen immer mehr an Bedeutung

Lithium-Ionen Batterien, oder auch Li-Ionen Batterien, sind im Vergleich zu anderen Akku-Systemen eine relativ „junge“ Alternative. Trotzdem haben sie bereits jetzt viele andere Batterien vollständig abgelöst. Vor Allem in Bereichen die ein hohes Maß an Mobilität und Leistungsstärke erfordern greifen Hersteller immer wieder auf die leichten Batteriewunder zurück.

Eine sehr hohe Zellspannung erlaubt es den Lithium Batterien wesentlich mehr zu leisten als andere Batterien der gleichen Größe. Sie kennen keinen Memory-Effekt und sind bei langer Lagerung genauso unempfindlich wie pflegeleicht. Der Memory-Effekt schränkt auf Dauer die Kapazität eines Akkus ein. Lithium-Ionen Akkus sind aber vor Allem deshalb so beliebt, weil sie unanfällig dem Memory-Effekt gegenüber sind. Sie verfügen über eine sehr geringe Selbstentladung und lassen sich bei Außentemperaturen zwischen -20 und +70 Grad Celsius ohne Qualitätsverlust nutzen.

Hohe Leistung und Energiedichte

Lithium-Ionen Batterien sind wiederaufladbar und eignen sich, dank ihrer sehr hohen Leistung und Energiedichte, hervorragend für die tägliche Nutzung. Sie verfügen über ein Battery-Management-System (BMS) und sind so vor Über- oder Unterspannung und zu hohen oder niedrigen Temperaturen bestens geschützt.

Wegen ihrer vielen Vorteile werden Lithium-Ionen Batterien vielfältig eingesetzt. In Mobiltelefonen, Notebooks und Kameras zum Beispiel, aber auch in E-Bikes oder sogar PKWs.

Langlebigkeit der Zellen

Es schadet einem Akku nicht, wenn er nicht sofort nach Gebrauch wieder vollgeladen wird. Der Bereich für die beste Langlebigkeit der Zellen liegt zwischen 30 % und 80 %. Die Lebensdauer eines Akkus verdoppelt sich teilweise, wenn dies beachtet wird. Hohe Spannungen > 4 Volt sollten allerdings vermieden werden. Sowohl beim Laden eines Akkus als auch beim Entladen sollte man die Lade- und Entladeschlussspannungen nicht über- bzw. unterschreiten. Die Zelle ist dann entweder vollständig geladen oder vollständig entladen.

Ein weiteres Aufladen oder Entladen kann zur permanenten Schädigung einer Zelle führen. Die Akkus für eBikes verfügen über ein BMS (Batterie Management System) was das Überladen und Tiefentladen verhindert. In Berührung mit Wasser sollten Lithium-Zellen allerdings nicht kommen, das würde sie irreparabel schädigen.

Anzeige eines Akku Ladevorgangs bei der Akku Reparatur

BMS – Batterie Management System

Das Batterie Management System, kurz BMS,  ist eine elektronische Steuerung, die den Zustand der Batterie überwacht und regelt. Es ist ein wichtiger Bestandteil jeder Batterie und sorgt für den notwendigen Zellenausgleich. Es verhindert einen Kurzschluss und schützt die mit dem Übertemperaturschutz.

Das BMS kontrolliert die Zellenspannung und verhindert eine Über- oder Unterspannung.

Den Akku zu überladen oder vollständig zu leeren ist also nicht möglich. Beides würde dem Akku schwer zusetzen und ihn eventuell sogar unbrauchbar machen.

Die Zelle wird vor einer Unterspannung geschützt in dem die Last, also Beispielsweise die Nutzung der Zelle unterbrochen wird. Ein Beispiel dafür sind neben E-Bike Akkus auch Akkus für Smartphone und Tablet.

Genauso schützt ein BMS die Zelle vor Überspannung. Ist ein Akku voll geladen, reduziert das BMS den Ladevorgang oder schaltet ihn eventuell sogar ganz aus. Auch da kann man als Beispiel ein Smartphone oder Tablet anführen. Ist der Akku 100% aufgeladen stoppt das integrierte BMS den Ladevorgang und fängt erst wieder an den Akku eines Geräts aufzuladen wenn der Akku nicht mehr voll aufgeladen ist.

Ein BMS sorgt also für die nötige Sicherheit eines Akkus. 

Es kann über einen Datenbus mit dem Motor und dem Display von zum Beispiel einem E-Bike kommunizieren und melden wenn ein Problem mit dem Akku vorliegt.

Ein eingebauter Temperaturfühler kontrolliert die Temperatur während der Auf- bzw. Entladung. Es unterbricht gegebenenfalls den Vorgang falls die Temperatur zu hoch oder zu niedrig wird und schützt damit den Akku vor irreparablen Schäden.

Es werden auch Daten über die Zellentemperatur, die Entladetiefe und die Anzahl der Ladezyklen gespeichert und können bei Bedarf abgerufen werden. Das BMS ist ein ganz wichtiges Element der „intelligenten Batterie“ und verlängert das Zellenleben erheblich.

Balancing

Ein E-Bike Akku besteht aus 7-12 in Reihe geschalteter Zellen. Diese sind in der Regel nicht 100% gleich geladen. Der Balancer gleicht diese Unterschiede aus, indem er schwächere Zellen zusätzlich lädt.

Mitarbeiter entnimmt den Fahrrad Akku vor der Akku Reparatur

E-Bike Akku | Lithium-Ionen Akkus im Fokus

Akkus sind tragbare Energiequellen und rücken in Zeiten von Mobilität und Unabhängigkeit immer weiter in den Fokus. Sie überzeugen ihre Nutzer durch Umweltfreundlichkeit und Leistungsstärke. Vor allem in den Bereichen E-Mobilität und portable Medien ist der Akku ein wichtiger Bestandteil. E-Bikes zum Beispiel erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Aber auch Smartphones, Tablets und Notebooks sind auf die Leistungsstärke ihrer Akkus angewiesen.

In E-Bikes werden heutzutage ausschließlich Lithium-Ionen Akkus verbaut.

Sie dominieren den Markt und haben die meisten Wettbewerber fast vollständig ersetzt. Namhafte Hersteller von Li-Ionen Akkus sind z.B. Sony, Samsung, LG, Panasonic und Lishen. Die Bezeichnung Lithiumbatterie umfasst mehrere verschiedene Batteriesysteme.

Jeder Akku besteht aus mehreren Zellen, die elektrische Energie durch ein Zusammenspiel von chemischen und physikalischen Elementen speichern und wieder abgeben können.

Lithium ist das Leichteste aller festen Elemente. Wegen seiner geringen Dichte eignet es sich besonders für die Herstellung von sehr leichten Zellen. Durch ihre hohe Energiedichte bieten Lithium-Ionen Akkus bei gleicher Größe eine bessere Leistung als andere Akku-Varianten.

Nicht aufladbare Zellen nennt man Primärbatterien. Sie sind für den einmaligen Gebrauch vorgesehen.

Lithium-Ionen Batterien, oder auch Sekundärbatterien enthalten neben Lithium weitere Elemente, die die Zellen wiederaufladbar machen. Welche Elemente genutzt werden hängt vom jeweiligen Anforderungsprofil ab.

Für Mobiltelefone und Notebooks werden meist Lithium und Cobaltoxid verwendet. Weitere Formen wären Lithium-Polymer Batterien und Lithium-Eisenphosphat Batterien.

Die Vorteile von Lithium-Ionen Akkus, insbesondere bei E-Bikes.

Lithium-Ionen Akkus sind unempfindlich dem sogenannten Memory-Effekt gegenüber. Von Memory-Effekt spricht man, wenn ein Akku sich den Energiebedarf „einprägt“ und später dafür sorgt dass nur noch die Energiemenge zur Verfügung gestellt wird, die bei bisheriger Nutzung benötigt wurde. Für Lithium-Ionen Akkus trifft das allerdings nicht zu.

Die geringe Selbstentladungsrate trägt weiterhin dazu bei, dass Lithium-Ionen Akkus die momentan beste Lösung für Mobile Geräte darstellen. Sie sind leicht, leistungsstark, haben eine lange Lebensdauer und sind einfacher in der Lagerung.

Fast alle verbauten Zellen sind vom Typ 18650, wobei 18 für den Durchmesser und 65 für die Länge stehen.

Zumeist werden Zellen in NCA (Nickel Cobalt Aluminium) NMC (Nickel Mangan Cobalt) und ICR (Lithium Cobaltoxid)  benutzt. Welche Zellen letztlich zum Einsatz kommen hängt von den Vorgaben und Wünschen des E-Bike Herstellers ab.