Pufferbatterie für SPS und CNC: Typ, Spannung und Stecker richtig wählen
AKKUman Ratgeber · Industrielle Pufferbatterien
Die passende Batterie für Steuerung und Speicher finden
Eine Batteriewarnung an SPS oder CNC ist ein Anlass, den Ersatz gezielt vorzubereiten. Entscheidend sind die genaue Baugruppe und ihre Batterieanforderungen. Dieser Ratgeber hilft Ihnen, Typnummer, Spannung und Anschluss richtig zu vergleichen.
Welche Pufferbatterie passt zu meiner SPS oder CNC?
Wählen Sie die Pufferbatterie nach der Ersatzteilvorgabe für Ihre konkrete Steuerung und Baugruppe. Originalreferenz, Nennspannung, Zellchemie, Steckerbelegung und Bauform müssen passen. Eine ähnliche Batterie oder ein mechanisch passender Stecker reicht als Nachweis nicht aus. Klären Sie außerdem, ob die Batterie den Steuerungsspeicher oder einen Absolutwertgeber puffert.
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Was macht eine Pufferbatterie in SPS und CNC?
Eine Pufferbatterie versorgt bestimmte Speicher- oder Geberfunktionen, wenn deren normale Versorgung fehlt. Welche Daten erhalten bleiben, hängt vom System ab. Bei einer SPS können das beispielsweise batteriegepufferte RAM-Inhalte sein. Siemens beschreibt diese Funktion für die SIMATIC S7-400. Die kleine Speicherbatterie ist keine Notstromversorgung für den Maschinenbetrieb.
Bei CNC-Anlagen lohnt sich die genaue Zuordnung besonders: Mitsubishi Electric unterscheidet Batterien der Steuerung für Programme und Parameter von Batterien der Verstärker für die absolute Position. Eine Warnung aus dem Antrieb verlangt deshalb nicht automatisch dieselbe Ersatzbatterie wie eine Warnung aus der CNC-Steuerung.
Nicht jede SPS braucht eine Speicherbatterie
Siemens beschreibt für S7-300-CPUs mit Micro Memory Card eine Speicherung von Programm und Daten ohne Pufferbatterie. Daraus folgt keine pauschale Aussage für jede ältere S7-300-Ausführung. Prüfen Sie die vollständige CPU-Bestellnummer und das zugehörige Handbuch, statt allein nach „Siemens SPS Batterie“ zu bestellen.
Diese Angaben müssen beim Ersatz übereinstimmen
Beginnen Sie mit dem Handbuch und der Ersatzteilnummer. Vergleichen Sie anschließend die Angaben der vorhandenen Batterie mit der Produktbeschreibung. Ein Foto der Beschriftung und des Steckers ergänzt die Zuordnung; es ersetzt keine technischen Daten.
| Merkmal | Was Sie prüfen sollten |
|---|---|
| Steuerung und Baugruppe | Hersteller, vollständige Modell- oder Bestellnummer und Einbauort: CPU, CNC-Speicher oder Antrieb. |
| Originalreferenz | Vollständige Batterie- oder Ersatzteilnummer einschließlich Zusatz und Anschlussausführung. |
| Nennspannung | Die vorgesehene Spannung der kompletten Batterie beziehungsweise des Packs, nicht nur einer enthaltenen Zelle. |
| Zellchemie | Das vorgeschriebene Batteriesystem und die Unterscheidung zwischen Primärbatterie und wiederaufladbarem Akku. |
| Kapazität | Den vorgesehenen Typ wählen. Mehr mAh machen eine technisch abweichende Batterie nicht automatisch geeignet. |
| Stecker und Belegung | Gehäuse, Verriegelung, Kontaktzahl und dokumentierte Zuordnung von Plus und Minus. |
| Bauform und Kabel | Abmessungen, Befestigung und Kabellänge müssen zur vorgesehenen Aufnahme passen. |
3 V und 3,6 V sind unterschiedliche Angaben
Panasonic führt die BR-2/3A als nicht wiederaufladbare Lithium-Batterie mit 3 V Nennspannung. Die Saft LS 14250 ist dagegen eine 3,6-V-Lithium-Thionylchlorid-Primärzelle. Diese Beispiele zeigen, warum „Lithium“ allein keine ausreichende Auswahlhilfe ist. Beide Angaben beziehen sich auf einzelne Zellen; ein konfektioniertes Pack kann eine andere Gesamtspannung haben.
Tauschen Sie einen vorgeschriebenen Typ daher nicht allein nach ähnlicher Größe aus. Auch ein 3,7-V-Lithium-Ionen-Akku ist kein automatisch geeigneter Ersatz für eine 3-V- oder 3,6-V-Primärbatterie. Maßgeblich bleibt die dokumentierte Batterieanforderung der Baugruppe.
Ein passender Stecker beweist keine Kompatibilität
Vergleichen Sie die Belegung mit der dokumentierten Anschlussausführung. Verlassen Sie sich nicht allein auf Gehäuseform oder Kabelfarbe. Fehlt eine eindeutige Angabe zu Polarität oder Referenz, klären Sie die Zuordnung vor dem Kauf und Anschließen. Schneiden Sie den alten Stecker nicht ab, um eine nur vermeintlich passende Batterie umzubauen.
Den Batteriewechsel vorbereiten, ohne Daten zu riskieren
Für den Wechsel gibt es keine allgemeine Regel „immer ausschalten“ oder „immer eingeschaltet lassen“. Maßgeblich sind die Anleitung der konkreten Baugruppe und die Arbeitsvorgaben der Maschine. So nennt Mitsubishi Electric für bestimmte QCPU-Ausführungen eine zeitlich begrenzte Speicherüberbrückung nach dem Entfernen der Batterie. Solche Vorgaben lassen sich nicht auf andere Steuerungen übertragen.
- Meldung dokumentieren: Warntext, Fehlercode und betroffene Baugruppe festhalten.
- Daten sichern: Programme, Parameter und weitere relevante Daten nach Herstellervorgabe sichern; vorhandene Sicherungen auf Aktualität prüfen.
- Ersatz vorab zuordnen: Batterie, Handbuch und Anschlussangaben bereitlegen, bevor die alte Batterie getrennt wird.
- Fachgerecht wechseln lassen: Qualifiziertes Wartungspersonal beachtet Maschinenzustand, Spannungsversorgung, mögliche Wechselzeit und Schutzmaßnahmen aus der konkreten Anleitung.
- Ergebnis kontrollieren: Batteriediagnose und erhaltene Daten nach Herstellervorgabe prüfen. Datum und Batteriereferenz für die nächste Wartung dokumentieren.
Ist die Batterie bereits ausgefallen, stellt eine neue Batterie verlorene Programme, Parameter oder Positionsdaten nicht wieder her. Dann sind die vorgesehenen Wiederherstellungs- und Prüfverfahren erforderlich, bevor die Maschine wieder freigegeben wird.
Häufige Fragen zur SPS- und CNC-Batterie
Kann ich eine Pufferbatterie aufladen?
Eine als Primärbatterie ausgewiesene BR-, CR- oder LS-Zelle darf nicht aufgeladen werden. Hat die Steuerung ausdrücklich ein wiederaufladbares Puffersystem, benötigen Sie den dafür vorgesehenen Ersatz. „Pufferbatterie“ beschreibt die Funktion und sagt allein nichts über die Wiederaufladbarkeit aus.
Wie lange hält eine Pufferbatterie?
Ein allgemeiner Wechselrhythmus passt nicht zu allen Steuerungen. Richten Sie sich nach dem Wartungsplan des Herstellers und der Batteriediagnose. Eine lange Lagerfähigkeit der Zelle ist keine Zusage für dieselbe Einsatzdauer in Ihrer Maschine. Planen Sie den Wechsel bei einer Warnung nach den konkreten Wartungsvorgaben.
Was tun, wenn die Typnummer nicht mehr lesbar ist?
Nutzen Sie die Bestellnummer der betroffenen Baugruppe und ihre Ersatzteilliste. Dokumentieren Sie Einbauort, Abmessungen und Anschluss als ergänzende Angaben. Ohne verlässliche Zuordnung sollten Sie keinen Ersatz allein nach einem Produktfoto auswählen.
Wohin mit der alten Batterie?
Geben Sie verbrauchte Batterien über den vorgesehenen Rücknahmeweg ab. Hinweise zur passenden Rückgabe finden Sie in unserem Entsorgungsratgeber.
Passende Pufferbatterie auswählen
Vergleichen Sie die Originalreferenz und die technischen Angaben Ihrer Baugruppe mit den Speicher- und Pufferbatterien im Sortiment.
Jetzt einkaufenHerstellerquellen und weitere Informationen
Die genannten Beispiele erläutern Unterschiede zwischen Systemen. Für Ersatzteilzuordnung und Wechsel gilt die Dokumentation Ihrer konkreten Steuerung.
- Siemens: SIMATIC S7-400 – Baugruppendaten, Funktion der Pufferbatterie
- Siemens: SIMATIC S7-300 – Micro Memory Card und Speicherung ohne Pufferbatterie
- Mitsubishi Electric: Hinweise zu Steuerungs- und Antriebsbatterien
- Mitsubishi Electric: QCPU-Handbuch, Kapitel zum Batteriewechsel
- Panasonic: Industriebatterien – Lithium-Primärzellen der BR- und CR-Serie
- Saft: Datenblatt LS 14250 – 3,6-V-Lithium-Thionylchlorid-Primärzelle
