AKKUMAN RATGEBER | 18650-MARKENZELLEN
Nicht die Marke allein entscheidet, sondern das Zellmodell.
Samsung 25R und 35E erfüllen unterschiedliche Anforderungen. Dasselbe gilt für LG MJ1 und HG2. 35E und MJ1 stehen in diesem Vergleich für die kapazitätsorientierte Auswahl; 25R, HG2 und P30B für höhere Stromanforderungen. Daraus entsteht keine pauschale Rangliste der Hersteller.
Vergleichen Sie zuerst den vorgesehenen Einsatz und die verbindliche Spezifikation. Danach folgen nutzbare Energie, Temperaturverhalten, mechanische Ausführung und Beschaffung. Die Tabellen sind ein Datenblattvergleich, kein eigener Akkutest. [1–5]
Direkt zum passenden Vergleich
1. Samsung, LG und Molicel: Die Vergleichstabelle
Typisch, nominal und mindestens sind nicht dasselbe. Die Tabelle übernimmt deshalb die Bezeichnungen der jeweiligen Herstellerunterlage. Alle Werte gelten für die dort beschriebene Rohzelle, nicht automatisch für ein daraus hergestelltes geschütztes Akku-Endprodukt.
Mobil lässt sich die Tabelle seitlich verschieben.
| Modell | Kapazität laut Quelle | Entladestrom laut Quelle | Quelle / Grenze |
|---|---|---|---|
| Samsung INR18650-25R | 2.500 mAh nominal | 20 A kontinuierlich bei 25 °C | Version 1.0, März 2014; weitere Temperaturgrenzen gelten. [1] |
| Samsung INR18650-35E | Mindestens 3.350 mAh bei Standardentladung | 8 A kontinuierlich | Version 1.1, 09.07.2015; 13 A sind dort ausdrücklich kein Dauerwert. [2] |
| LG INR18650 MJ1 | 3.500 mAh nominal; mindestens 3.350 mAh |
10 A maximaler Entladestrom | Revision 2, 29.07.2016. Abweichende ältere Revisionen beachten. [3] |
| LG INR18650 HG2 | 3.000 mAh nominal | 20 A maximal kontinuierlich | Revision 0, 13.10.2014; Betriebs- und Prüfbedingungen gelten. [4] |
| Molicel INR-18650-P30B | 3.000 mAh typisch; mindestens 2.900 mAh |
30 A kontinuierlich mit 80-°C-Abschaltbedingung | Datenblatt Version 1.0; Produktseite nennt abweichend 36 A. [5] [6] |
Die älteren Samsung- und LG-Unterlagen sind archivierte Herstellerspezifikationen, keine Bestätigung einer aktuellen Liefercharge. Vor Beschaffung oder Austausch ist die verbindliche Spezifikation der tatsächlichen Ausführung zu klären. Die Kapazitätswerte wurden nicht zwingend beim jeweils maximalen Entladestrom ermittelt.
2. Samsung 35E oder LG MJ1: Kapazität mit unterschiedlicher Stromgrenze
Wer im Fachprojekt eine kapazitätsorientierte Zelle vergleicht, sollte 35E und MJ1 nebeneinander prüfen. Der auffällige Unterschied liegt nicht allein auf dem Kapazitätsaufdruck: Die verwendete 35E-Spezifikation nennt 8 A kontinuierlich, die MJ1-Unterlage 10 A maximalen Entladestrom. Daraus folgt keine pauschale Austauschfreigabe. [2] [3]
Rein rechnerisches Ausschlussbeispiel: Eine Anforderung von 9 A kontinuierlich liegt bereits oberhalb der genannten 35E-Dauergrenze. Dass 9 A unter der MJ1-Angabe liegen, ist dagegen noch keine Freigabe für die MJ1: Temperatur, Alterung, Schutzkonzept und weitere Anforderungen bleiben zu prüfen. Das Beispiel ist keine empfohlene Betriebseinstellung.
Warum steht bei MJ1 einmal 3.400 und einmal 3.350 mAh mindestens?
Es kursieren unterschiedliche Herstellerunterlagen. Eine ältere MJ1-Fassung vom 22.08.2014 nennt mindestens 3.400 mAh; die hier verwendete Revision 2 vom 29.07.2016 nennt mindestens 3.350 mAh. Datum, Revision und passende Lieferausführung müssen zusammenbleiben. Ein pauschaler Mindestwert ohne Quellenstand ist deshalb ungeeignet. [3] [10]
3. Samsung 25R oder LG HG2: Gleiche Stromklasse, andere Kapazität
Die verglichenen Unterlagen nennen für beide Modelle einen kontinuierlichen Entladestrom von bis zu 20 A unter ihren jeweiligen Bedingungen. Die HG2 besitzt 3.000 mAh nominal, die 25R 2.500 mAh nominal. Das sind rechnerisch 20 Prozent mehr Nennkapazität, aber keine nachgewiesenen 20 Prozent mehr Laufzeit im gleichen System. [1] [4]
Für einen belastbaren Ersatzvergleich fehlen mit diesen zwei Zahlen noch die Entladekurve bei der tatsächlichen Last, die Erwärmung, die nutzbare Energie bis zur Geräteabschaltung und die mechanische Passform. Eine bereits qualifizierte 25R-Auslegung sollte nicht allein wegen eines höheren mAh-Werts auf HG2 umgestellt werden.
Die 25R-Spezifikation weist ihre Nennkapazität bei 0,2 C aus. Sie enthält daneben einen eigenen Kapazitätswert bei 10 A. Das zeigt, warum Kapazität und Belastbarkeit nicht als unabhängige Werbezahlen behandelt werden sollten. [1]
4. Molicel P30B: Interessant für höhere Lasten, aber Datenkonflikt beachten
Die P30B verbindet im Datenblatt 3.000 mAh typische Kapazität mit einer gegenüber den anderen Tabellenmodellen höheren Stromangabe. 30 A gelten dort mit einer 80-°C-Abschaltbedingung. Diese Temperaturangabe ist kein Nachweis einer eingebauten Abschaltautomatik und kein empfohlenes Dauer-Temperaturziel. Das Gesamtsystem muss die verbindlichen Schutz- und Temperaturvorgaben erfüllen. [5]
Gegenüber HG2: Ein ähnlicher Kapazitätswert bedeutet nicht dieselbe Belastbarkeit. Gegenüber MJ1: Die höhere Stromangabe macht P30B nicht automatisch zur besseren Laufzeitzelle bei geringer Last. Ein tatsächlicher Leistungsvorteil im Projekt muss unter vergleichbaren Bedingungen belegt werden.
5. Welche Auswahl passt zu welcher Aufgabe?
| Anforderung | Nächster sinnvoller Schritt |
|---|---|
| Energiebedarf bei begrenzter Last | 35E und MJ1 als Kandidaten vergleichen; Stromgrenzen und nutzbare Energie prüfen. |
| Leistungsorientiertes Batteriesystem | 25R, HG2 und P30B mit identischem Lastprofil und geeigneter Temperaturüberwachung qualifizieren. |
| Vorhandene Lampe braucht einen Ersatzakku | Freigegebenes Akku-Endprodukt nach Lampenmodell auswählen, nicht eine lose Rohzelle aus der Tabelle. |
| Defektes Geräte-Akkupack | Geeigneten kompletten Ersatzpack oder Herstellerservice nutzen; keine Einzelzellen-Reparatur ableiten. |
Die ersten beiden Wege betreffen die qualifizierte Systementwicklung und setzen die Herstellerbedingungen voraus. Für Lern- und Elektronikprojekte ist eine dafür vorgesehene geschützte Akkulösung der passende Ausgangspunkt. Die Übersicht ist keine Anleitung zum Eigenbau oder zur Reparatur eines Akkupacks.
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Lampenmodell, Originalreferenz, tatsächliche Maße und Ladeweg gemeinsam abgleichen.
Passende Lampenakkus ansehen6. So wird aus Datenblattwerten ein fairer Vergleich
Ein Vergleichstest braucht gleiche Randbedingungen: Ladeverfahren, Umgebungstemperatur, Entladeprofil und definierten Endpunkt. Zusätzlich sind die jeweiligen Zellgrenzen einzuhalten. Die vom Gerät tatsächlich nutzbare Energie in Wh ist für die Anwendung häufig hilfreicher als eine isolierte mAh-Zahl.
Schon die Entladeendpunkte unterscheiden sich: Die verwendete 35E-Spezifikation nennt 2,65 V, die HG2-Unterlage 2,5 V. Ein gemessener Kapazitätsunterschied lässt sich daher nicht ohne Prüfung auf denselben Gerätebetrieb übertragen. Die Werte sind Prüfparameter und keine Aufforderung, Akkus absichtlich tief zu entladen. [2] [4]
Innenwiderstand und Zyklenzahl: AC-Messungen bei 1 kHz nicht direkt mit DC-Pulsmessungen vergleichen. Ebenso ergeben unterschiedlich definierte Ladezyklen keine belastbare Lebensdauer-Rangliste. Das P30B-Datenblatt nennt AC- und DC-Werte mit unterschiedlichen Ladezuständen getrennt. [5]
7. Wie erkenne ich Originalzellen?
Ein Foto, eine Gehäusefarbe oder ein aufgedruckter Code beweist die Echtheit nicht. Für den Einkauf sind eine nachvollziehbare Herkunft, genaue Modellbezeichnung und dazu passende Unterlagen wichtiger als einzelne optische Merkmale. Ein Kapazitätstest allein bestätigt weder die Originalität noch die zulässige Strombelastbarkeit.
Fordern Sie für professionelle Beschaffung Angaben zur Lieferausführung, zum Datenblattstand und zur Rückverfolgbarkeit an. Prüfen Sie, ob Einzelzelle, Mehrfachpack oder vorkonfektionierter Artikel angeboten wird. Eine zusätzlich montierte Schutzplatine oder Anschlussfahne kann Maße und Grenzwerte des fertigen Produkts beeinflussen.
Beispiel für eine unzulässige Vereinfachung: Eine geschützte Ausführung auf Basis einer 20-A-Rohzelle ist nicht automatisch ein 20-A-Fertigakku. Es gilt die Spezifikation des kompletten Produkts. Auch echte Industriezellen bleiben an die Verwendungsbedingungen ihres Herstellers gebunden. [7] [8]
Schrumpfschlauch und Isolierring nicht zur Echtheitsprüfung entfernen. Beschädigte, verformte oder undichte Akkus nicht laden oder verwenden; die sichere Abgabe mit einer geeigneten Sammelstelle abstimmen. [9]
8. Diese Angaben gehören in eine technische Anfrage
- System und Ziel: vorhandenes Gerät oder neue Entwicklung, Originalreferenz und benötigte Energiereserve.
- Belastung: Dauerstrom, definierte Spitzenlasten und Betriebsbedingungen – nicht nur die Wattzahl auf dem Gerät.
- Ausführung: exaktes Modell, Maße, Kontakte, Anschlusszeichnung und vorgeschriebene Schutztechnik.
- Beschaffung: benötigte Stückzahl, bestätigte Spezifikation, Dokumentation und gegebenenfalls Qualifikationsmuster.
Bei vorhandenen Packs keine Zellen unterschiedlicher Hersteller, Modelle oder Spezifikationen mischen. Eine gleiche Nennspannung ist keine Freigabe für einen Zellentausch. LG schließt entsprechende Mischungen in seiner Sicherheitsanleitung ausdrücklich aus. [8]
Häufige Fragen zum Markenzellenvergleich
Ist eine 35E besser als eine 25R, weil sie mehr Kapazität hat?
Nicht generell. Die kapazitätsorientierte 35E hat in der verwendeten Spezifikation eine niedrigere Dauerstromgrenze. Welche Zelle geeignet ist, entscheidet das gesamte Anforderungsprofil. Mehr mAh ersetzen keine ausreichende Belastbarkeit.
Sind HG2 und P30B mit 3.000 mAh praktisch gleich?
Nein. Neben unterschiedlich bezeichneten Kapazitätswerten unterscheiden sich Stromangaben, Temperaturbedingungen und weitere elektrische Daten. Gleiche mAh sind kein Nachweis der Austauschbarkeit.
Kann ich die Stromangabe einer Rohzelle auf einen geschützten Akku übertragen?
Nein. Schutzplatine, Kontakte und Aufbau können zusätzliche Grenzen setzen. Für einen Fertigakku gelten dessen dokumentierte Grenzwerte und die Freigabe des Endgeräts.
Ist das eine Empfehlung für E-Zigaretten-Akkuträger?
Nein. Das P30B-Datenblatt schließt diesen Einsatz aus; auch die Herstellerwarnungen von Samsung und LG sind zu beachten. Aus dem Vergleich wird keine Kauf- oder Einsatzempfehlung für E-Zigaretten abgeleitet. [5] [7] [8]
Führt AKKUman einen Zellentausch in meinem Akkupack durch?
AKKUman öffnet oder repariert keine Lithium-Ionen-Akkupacks und führt keinen Zellentausch an Fremdakkus durch. Nutzen Sie ein passend zugeordnetes komplettes Ersatzteil oder den zuständigen Herstellerservice.
Vom Modellvergleich zur passenden Beschaffung.
Industriezellen nur nach technischer Klärung und entsprechend den Herstellerbedingungen auswählen. Für einen Lampen-Ersatz gilt die ausdrückliche Gerätefreigabe.
18650-Sortiment ansehen Samsung-Ausführungen LG-AusführungenQuellen und Prüfstand
Redaktioneller Prüfstand: 30. Oktober 2026. Kein eigener Produkttest. Die archivierten Samsung- und LG-Unterlagen sind nachfolgend mit Versionsstand angegeben. Sie ersetzen keine Bestätigung der aktuellen Lieferspezifikation. Quellenkonflikte werden im Text offengelegt.
- Samsung INR18650-25R: Version 1.0, März 2014 (PDF, Herstellerunterlage archiviert bei Battery Junction).
- Samsung INR18650-35E: Version 1.1, 09.07.2015 (PDF, Herstellerunterlage archiviert bei Telit Power).
- LG INR18650 MJ1: Revision 2, 29.07.2016 (PDF, Herstellerunterlage archiviert bei 1001 Piles).
- LG INR18650 HG2: Revision 0, 13.10.2014 (PDF, Herstellerunterlage archiviert bei PLS Battery).
- Molicel P30B: Herstellerdatenblatt Version 1.0 (PDF).
- Molicel P30B: Produktseite mit abweichender Stromangabe.
- Samsung SDI: Sicherheits- und Verwendungshinweise.
- LG Energy Solution: Sicherheitsleitfaden und Verwendungsbeschränkungen.
- Umweltbundesamt: Sicherer Umgang mit Lithium-Batterien und -Akkus.
- LG MJ1: Herstellerunterlage vom 22.08.2014 im Anhang einer Hochschularbeit (Universität Jaén).
