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mAh bei Akkus: Was die Kapazität für die Laufzeit heißt

mAh steht für Milliamperestunden und zeigt, wie viel elektrische Ladung ein Akku speichert, bevor er leer ist. Ein Akku mit 3.000 mAh versorgt denselben Verbraucher rund 50 Prozent länger als ein Modell mit 2.000 mAh, wenn Spannung und Stromaufnahme gleich bleiben. Für den fairen Vergleich zwischen Akkus mit unterschiedlicher Spannung zählt am Ende aber die Energie in Wattstunden.

Beim Kauf eines Ersatzakkus rechnen die meisten falsch, wenn der Shop nur die nackte mAh-Zahl nennt. Ob ein Akku für dein Gerät reicht, hängt von der Stromaufnahme ab, von der Spannung und davon, ob die aufgedruckte Zahl überhaupt stimmt.

  • Ein 3.000-mAh-Akku hält bei gleicher Last rechnerisch rund 50 Prozent länger als ein 2.000-mAh-Modell.
  • Nur die Wattstunden-Zahl aus mAh mal Volt geteilt durch 1.000 vergleicht Akkus unterschiedlicher Spannung fair.
  • Gefälschte 18650-Zellen liefern laut BVRA-Messungen teils nur ein Fünftel der aufgedruckten Kapazität.
  • Mit einem Ladegerät oder einem Multimeter misst du die reale Kapazität jedes Akkus selbst nach.

Was bedeutet mAh bei einem Akku genau?

mAh ist die Abkürzung für Milliamperestunden und beschreibt, welche Strommenge ein Akku innerhalb einer Stunde abgeben kann, bevor er entladen ist. Ein Akku mit 2.600 mAh liefert theoretisch eine Stunde lang 2.600 Milliampere, zwei Stunden lang 1.300 Milliampere oder zehn Stunden lang 260 Milliampere, je nachdem, wie stark das angeschlossene Gerät ihn belastet.

Die Umrechnung in Amperestunden (Ah) ist einfach: 1.000 mAh entsprechen 1 Ah, du teilst also durch 1.000 oder multiplizierst mit 1.000, wenn du in die andere Richtung rechnest. Ein AA-Akku mit 2.600 mAh trägt damit 2,6 Ah, ein kleiner 18650er mit 1.800 mAh entsprechend 1,8 Ah. Die Grunddefinition findest du auch beim Elektronik-Kompendium ausführlich erklärt.

Warum ist Wh der ehrlichere Vergleichswert als mAh?

Wattstunden (Wh) sind der Wert, der zwei Akkus unterschiedlicher Spannung tatsächlich vergleichbar macht, weil er Kapazität und Spannung gemeinsam abbildet. Die Formel dafür ist einfach: Wh = mAh × Volt / 1.000. Ein Akku mit 2.000 mAh bei 3,7 Volt speichert damit 2.000 × 3,7 / 1.000 = 7,4 Wh, wie der Powerbank-Berater in seiner Beispielrechnung zeigt.

Warum reicht mAh allein nicht? Ein Akku mit 4.200 mAh bei 3,6 Volt und ein zweiter mit 2.600 mAh bei 7,2 Volt speichern beide rund 15 Wh. Die höhere mAh-Zahl täuscht hier eine größere Kapazität vor, obwohl beide Akkus dieselbe Energiemenge liefern, wie eine Analyse von accu.blog zeigt.

Für dich heißt das konkret: Vergleiche zwei Akkus nur über die mAh-Zahl, wenn beide dieselbe Spannung haben, etwa zwei AA-Zellen oder zwei 18650er mit 3,7 Volt. Sobald sich die Spannung unterscheidet, wie bei einer Powerbank mit 5 Volt Ausgang gegenüber einem Werkzeugakku mit 18 Volt, brauchst du zwingend die Wh-Zahl.

Wie viel länger läuft ein Gerät mit mehr mAh?

Ein 3.000-mAh-Akku versorgt denselben Verbraucher rund 50 Prozent länger als ein 2.000-mAh-Akku, solange Spannung und Stromaufnahme identisch bleiben. Nimmt ein Gerät konstant 500 Milliampere auf, hält der 2.000-mAh-Akku rechnerisch vier Stunden, der 3.000-mAh-Akku sechs Stunden. Steigt die mAh-Zahl um 50 Prozent, steigt die Laufzeit unter gleichen Bedingungen also ebenfalls um 50 Prozent.

Die 50-Prozent-Regel gilt nur, wenn du zwei Akkus desselben Typs und derselben Spannung im selben Gerät vergleichst. Der Akku einer Fernbedienung mit doppelter mAh-Zahl hält doppelt so lange, ein E-Bike-Akku mit doppelter Wh-Zahl schafft doppelt so viele Kilometer. Sobald sich Spannung, Zellchemie oder Temperatur unterscheiden, verschiebt sich dieses Verhältnis, und nur die Wh-Angabe oder ein eigener Test zeigen die tatsächliche Laufzeit.

Welche mAh-Werte sind bei AA, 18650, Smartphone und E-Bike normal?

AA-Akkus liegen meist zwischen 1.900 und 2.600 mAh, eine 18650-Zelle deutlich höher. Smartphones und E-Bikes spielen noch einmal in einer anderen Liga, die genauen Werte je Typ zeigt die Tabelle unten.

Vergleich damit ruhig, was auf deinem eigenen Akku aufgedruckt ist, gerade bei 18650-Zellen lohnt sich der Abgleich.

Akkutyp Typische Kapazität Nennspannung Energiegehalt (Wh)
AA-Akku (NiMH) 1.900–2.600 mAh 1,2 V ca. 2,3–3,1 Wh
AAA-Akku (NiMH) bis 1.100 mAh 1,2 V bis ca. 1,3 Wh
18650 Li-Ion-Zelle 1.800–3.500 mAh 3,6–3,7 V ca. 6,7–13 Wh
CR2032-Knopfzelle 210–240 mAh 3 V ca. 0,63–0,72 Wh
Smartphone-Akku 4.500–7.500 mAh herstellerseitig meist nicht angegeben
E-Bike-Akku wird direkt in Wh angegeben 36 V 400–800 Wh

Aktuelle Flaggschiffe wie das iPhone 17 Pro Max mit rund 4.823 mAh oder das Galaxy S25 Ultra mit 5.000 mAh zeigen, wie groß die Spannbreite selbst innerhalb einer Geräteklasse ausfällt. Auch das Oppo Find X9 Ultra setzt mit über 7.500 mAh noch einmal deutlich mehr Kapazität ein, ohne dass sich die Laufzeit im gleichen Maß verlängert, weil auch Displaygröße und Prozessor mehr Strom ziehen.

Beim E-Bike ersetzt die Wh-Zahl die mAh-Angabe komplett, weil die Spannung mit 36 Volt so hoch liegt, dass eine reine Strommengenangabe wenig aussagt. Laut Kalkhoff reichen kleinere Akkus unter 500 Wh für den Alltag und das Pendeln, während Touren mit viel Steigung eher 800 Wh verlangen.

Wie erkennst du überzogene oder gefälschte mAh-Angaben?

Alles deutlich über rund 3.600 mAh auf einer einzelnen 18650-Zelle ist mit der aktuellen Zelltechnik nicht erreichbar und ein sicheres Warnzeichen für eine falsche Angabe. Trotzdem verkaufen manche Anbieter Zellen mit einem Aufdruck von 5.000 oder sogar 9.900 mAh, was physikalisch schlicht nicht möglich ist.

BVRA-Messung an gefälschten Zellen: Der Batterieverband BVRA hat 18650-Zellen mit aufgedruckten 3.800 bis 5.000 mAh nachgemessen und dabei nur 340 bis 675 mAh gefunden, weniger als ein Fünftel der versprochenen Kapazität. Die gefälschten Zellen wiegen zudem nur 25,5 bis 27,8 Gramm statt der 44 bis 50 Gramm einer echten Markenzelle, wie unser Ratgeber zum 18650 Akku kaufen im Detail zeigt.

Das Gewicht ist damit einer der schnellsten Checks: Wiegt eine 18650-Zelle deutlich unter 40 Gramm, stimmt die aufgedruckte Kapazität mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht. Seriöse Markenzellen von Samsung, Sony/Murata, Molicel oder LG bewegen sich bei 3,6 bis 3,7 Volt zuverlässig zwischen 1.800 und 3.500 mAh, etwa die Samsung INR18650 25R mit 2.500 mAh.

Kaufst du mehrere Akkus desselben Anbieters, hilft eine Faustregel aus Elektronik-Foren weiter: Weicht die gemessene Kapazität bei mehreren Zellen um mehr als 10 Prozent von der Nennkapazität ab, gilt das als Hinweis auf Betrug. Eine offizielle Norm ist das nicht, eher gesammelte Erfahrung aus der Praxis, aber als erster Verdachts-Check taugt sie gut.

Wie misst du die reale Kapazität nach dem Kauf?

Am einfachsten misst du die reale Kapazität mit einem Ladegerät, das die geladene oder entladene Energiemenge direkt in mAh anzeigt. Alternativ ermittelst du den Wert mit einem Multimeter, indem du Spannung und Stromstärke während der Entladung erfasst und mit der Entladezeit multiplizierst. Unser Ratgeber zum Akku-Kapazität messen führt beide Methoden Schritt für Schritt vor, inklusive USB-Tester und Analyse-Apps als schnellere, wenn auch etwas ungenauere Alternative.

Welcher Akku passt zu deinem tatsächlichen Bedarf?

Den passenden Akku findest du, indem du die benötigte Laufzeit in die nötige mAh- oder Wh-Zahl zurückrechnest, statt einfach den höchsten aufgedruckten Wert zu kaufen. Kennst du die Stromaufnahme deines Geräts und die gewünschte Laufzeit, multiplizierst du beide Werte und erhältst die Mindestkapazität, die der Akku mitbringen muss.

Für eine Fernbedienung oder Taschenlampe im AA-Format reicht meist ein AA-Akku mit 1.900 bis 2.600 mAh völlig aus. Für Powerbanks, Werkzeuge oder Taschenlampen mit hoher Dauerstromaufnahme lohnt sich der Blick auf eine geprüfte 18650-Zelle, etwa in unserer Akku-Kategorie, wo Kapazität, Spannung und Dauerstrom direkt im Datenblatt stehen. Für ein E-Bike zählt dagegen nur die Wh-Zahl: Ein Bosch PowerTube mit 500 Wh liefert 13,4 Ah bei 36 Volt, und je nach Kapazitätsklasse zwischen 300 und 800 Wh bewegt sich die Reichweite realistisch zwischen 50 und 130 Kilometern.

Für Uhren, Waagen oder Fernbedienungen mit Knopfzelle zählt vor allem die Bauform. Eine CR2032 liefert rund 220 mAh. Eine CR2025 kommt auf etwa 170 mAh, eine CR2016 nur auf rund 55 mAh, weil deutlich weniger aktives Material in die kleinere Zelle passt.

Wh statt mAh: Die Zahl, die deine Laufzeit wirklich bestimmt

Die mAh-Zahl auf der Verpackung ist ein guter erster Anhaltspunkt, verrät aber erst zusammen mit Spannung und Gewicht, ob ein Akku wirklich hält, was er verspricht. Wer 2.000 mAh gegen 3.000 mAh abwägt, kann sich auf rund 50 Prozent mehr Laufzeit verlassen, sobald Spannung und Gerät identisch bleiben.

Bei unterschiedlichen Spannungen entscheidet dagegen die Wh-Zahl, und bei sehr hohen Kapazitätsangaben auf kleinen Zellen lohnt sich vor dem Kauf ein zweiter Blick auf Gewicht und Hersteller. Miss deinen aktuellen Akku einmal selbst nach, bevor du einen Ersatz bestellst, dann kaufst du gezielt die Kapazität, die dein Gerät tatsächlich braucht, und nicht die Zahl, die am größten auf der Verpackung steht.

FAQ: Häufige Fragen zu mAh und Akkukapazität

Warum haben zwei Akkus mit gleicher mAh-Zahl manchmal unterschiedliche Laufzeiten?

Die Spannung ist meist der Grund dafür. Zwei Akkus können dieselbe mAh-Zahl tragen und trotzdem unterschiedlich viel Volt liefern, etwa 4.200 mAh bei 3,6 Volt gegenüber 4.200 mAh bei 7,2 Volt, und erst die Wh-Zahl zeigt den tatsächlichen Unterschied in der gespeicherten Energie.

Ist eine 18650-Zelle mit einem Aufdruck von 9.900 mAh echt?

Nein, das ist mit heutiger Zelltechnik physikalisch nicht erreichbar. Realistische Markenzellen im 18650-Format liegen zwischen 1.800 und 3.500 mAh, alles deutlich darüber ist ein sicheres Zeichen für eine gefälschte oder stark übertriebene Angabe.

Wie überprüfst du, ob die mAh-Angabe auf einem Akku stimmt?

Ein Ladegerät, das die geladene oder entladene Energiemenge direkt in mAh anzeigt, liefert dafür den zuverlässigsten Wert. Ergänzend hilft ein Blick auf das Gewicht der Zelle, denn eine 18650-Zelle mit echten 2.500 bis 3.500 mAh wiegt üblicherweise 44 bis 50 Gramm.

Warum geben E-Bike-Hersteller die Kapazität in Wh statt in mAh an?

Weil E-Bike-Akkus mit 36 Volt oder mehr arbeiten und eine reine mAh-Zahl bei so hoher Spannung wenig über die tatsächliche Energiemenge aussagt. Die Wh-Zahl macht 400-Wh- und 800-Wh-Akkus direkt vergleichbar, unabhängig davon, wie die Zellen intern verschaltet sind.

Reicht der Vergleich der mAh-Zahl, um zwei Akkus unterschiedlicher Spannung zu vergleichen?

Nein, dafür braucht es zwingend die Wh-Zahl aus mAh mal Volt geteilt durch 1.000. Ein reiner mAh-Vergleich reicht nicht, sonst wirkt ein Akku mit höherer mAh-Zahl oft leistungsstärker, obwohl er bei niedrigerer Spannung am Ende weniger Energie liefert.

2026-08-12 13:22:00 / AKKUman Blog / Kommentare 0

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