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Uhrenbatterie wechseln: Anleitung, Typ finden & Werkzeug

Eine Uhrenbatterie wechselst du selbst, sobald du den Gehäusetyp deiner Uhr erkennst und den richtigen Zellentyp bestimmt hast. Mit Gehäuseöffner, kleinem Schraubendreher und Kunststoff-Pinzette lässt sich Druckdeckel, Schraubboden und Sprengdeckel in wenigen Minuten sicher öffnen. Wanduhren brauchen dagegen meist eine gewöhnliche Mignon-Batterie (AA) mit 1,5 Volt.

Bevor du zum Werkzeug greifst, entscheidet der Blick auf den Gehäuseboden über die richtige Methode: Ein glatter Rand mit kleiner Kerbe braucht ein Uhrenmesser, mehrere Einkerbungen verlangen einen verstellbaren Gehäuseöffner, und ein einzelner Schlitz lässt sich sogar mit einer Münze lösen. Wer den Typ falsch einschätzt, hebelt oft am falschen Punkt und riskiert Kratzer an Gehäuse oder Dichtung.

Drei Dinge entscheiden am Ende darüber, ob der Wechsel gelingt oder die Uhr danach klemmt: der Gehäusetyp, das passende Werkzeug und die exakte Batteriebezeichnung.

  • Armbanduhren öffnen sich über drei unterschiedliche Gehäusetypen: Druckdeckel, Schraubboden mit Kerben oder Einzelschlitz.
  • Für den Eigenwechsel reichen vier einfache Werkzeuge: Gehäuseöffner, Schraubendreher, Kunststoff-Pinzette und weiches Tuch.
  • Die gängigsten Zellcodes sind SR626SW, SR920SW, CR2032 und CR2016, jeweils mit eigener Spannung und Bauform.
  • Bei wasserdichten Uhren bleibt die Dichtigkeit nach dem Eigenwechsel nicht automatisch garantiert.

Welche drei Gehäusetypen hat deine Armbanduhr?

Bei Armband- und Quarzuhren gibt es drei gängige Verschlussarten am Gehäuseboden: den Druckboden (auch Sprengdeckel genannt) mit einer kleinen Aussparung, den verschraubten Boden mit mehreren Einkerbungen für ein Spezialwerkzeug und den einfachen Schraubboden mit nur einem Schlitz. Diese Unterscheidung anhand der sichtbaren Einkerbungen entscheidet, welches Werkzeug du überhaupt brauchst, noch bevor du die Uhr anfasst.

Ein glatter Rand mit einer schmalen Kerbe zeigt fast immer einen Druckdeckel an, der auf das Gehäuse gepresst wurde. Zwei oder mehr kleine Riefen entlang des Randes sprechen für einen verschraubten Boden, der sich nur mit passendem Gegenstück lösen lässt. Ein einzelner breiter Schlitz quer über den Boden gehört zum einfachen Schraubdeckel, den du notfalls mit einer Münze öffnest.

Welches Werkzeug brauchst du für den Uhrenbatterie-Wechsel?

Für den Eigenwechsel reichen vier Dinge: ein Gehäuseöffner beziehungsweise Uhrenmesser, ein kleiner Schraubendreher, eine Kunststoff-Pinzette und eine weiche Unterlage. Genau dieses Set öffnet alle drei Gehäusetypen ohne Kratzer am Gehäuse.

  • Gehäuseöffner oder Uhrenmesser: hebelt Druckdeckel an der Aussparung auf und dient bei Schraubböden als Gegenlager.
  • Kleiner Schraubendreher (1,0 bis 1,6 mm): löst Schrauben an Bandanstoß oder Halteklammern der Batterie.
  • Kunststoff-Pinzette: hält alte und neue Zelle fest, ohne Kurzschluss oder Kratzer an den Kontakten.
  • Weiches Tuch oder gepolsterte Unterlage (optional Baumwollhandschuhe): schützt Gehäuse und Glas beim Öffnen und verhindert Fingerabdrücke auf den Kontakten.

Ein einfaches Set aus diesen vier Werkzeugen kostet im Handel meist zwischen 10 und 20 Euro, professionelle Sets mit Gehäusehalter und Pressstock liegen bei 20 bis rund 60 Euro. Für den gelegentlichen Wechsel an ein oder zwei Uhren reicht das Basis-Set völlig aus.

Wie wechselst du die Uhrenbatterie Schritt für Schritt?

Der Ablauf ist bei allen drei Gehäusetypen im Kern gleich: öffnen, alte Zelle entnehmen, Code ablesen, neue Zelle mit dem Pluspol nach oben einsetzen, schließen und die Funktion prüfen. Nur die Öffnungs- und Schließmethode unterscheidet sich je nach Bauart.

Druckdeckel öffnen und wieder schließen

Am Druckdeckel setzt du das Gehäusemesser flach an der kleinen Aussparung im Rand an und hebelst vorsichtig gegen die Kante. Bei wasserdichten Modellen sitzt der Deckel oft sehr fest, sodass du kontrollierten, aber deutlichen Druck brauchst. Zum Schließen legst du den Deckel wieder gerade auf das Gehäuse und drückst ihn mit dem Handballen oder dem Uhrenmesser an, bis er hörbar einrastet.

Verschraubten Boden mit Einkerbungen öffnen

Bei einem Boden mit mehreren Einkerbungen stellst du die Krallen deines Gehäuseöffners über die Rändelschraube exakt auf den Abstand der Kerben ein. Anschließend drehst du das Werkzeug unter sicherem Halt von Uhr und Öffner gegen den Uhrzeigersinn. Zum Verschließen setzt du den Boden wieder ein und drehst das Werkzeug im Uhrzeigersinn zurück, bis er spürbar fest sitzt, aber ohne Gewalt anzuziehen.

Einfachen Schraubboden mit einem Schlitz öffnen

Hat der Boden nur einen einzigen breiten Schlitz, reicht dafür sogar eine 1- bis 5-Cent-Münze statt Spezialwerkzeug, um den Deckel gegen den Uhrzeigersinn aufzudrehen. Zum Schließen setzt du den Deckel an und drehst die Münze im Uhrzeigersinn zurück, bis der Schlitz wieder in Ausgangsposition steht.

Sobald der Boden offen liegt, läuft der Rest bei jedem Gehäusetyp gleich ab. Findest du dabei weiße oder grünliche Krusten am Batteriefach, ist die alte Zelle ausgelaufen; reinige das Gehäuse in diesem Fall gründlich, bevor die neue Batterie hineinkommt.

  1. Alte Zelle mit der Kunststoff-Pinzette anheben; Finger oder Metallpinzette riskieren Kurzschluss und Oxidbildung.
  2. Aufdruck ablesen, zum Beispiel SR626SW oder CR2032, und den Code notieren.
  3. Neue Zelle mit dem Pluspol nach oben in die Halterung legen.
  4. Feder oder Bügel über die Zelle zurückklappen, bis sie hörbar einrastet.
  5. Gehäuseboden wie beschrieben wieder verschließen.
  6. Uhr am Sekundenzeiger oder Display prüfen, ob sie sofort wieder läuft.

Der Grund für die Pinzette aus Kunststoff ist simpel: Metall kann beide Pole gleichzeitig berühren und so einen Kurzschluss oder Oxidbildung an den Kontakten auslösen.

Welche Batterie passt in deine Uhr? SR626SW, SR920SW, CR2032 und CR2016 im Vergleich

Die vier häufigsten Codes bei Uhrenbatterien sind SR626SW (auch 377), SR920SW (auch 371), CR2032 und CR2016. Silberoxid-Zellen mit der Kennung SR liefern über die gesamte Nutzungsdauer konstant 1,55 Volt und stecken in den meisten analogen Armbanduhren. CR-Zellen liefern dagegen 3 Volt und stecken vor allem in digitalen Uhren mit LCD-Anzeige, etwa bei Casio, Seiko oder Timex. Die CR2032 ist außerdem der Standard in vielen Autoschlüsseln, weshalb sich der Wechsel beim Autoschlüssel nach demselben Prinzip erledigen lässt.

Häufiger Irrtum: SR- und CR-Zellen wirken bei ähnlichem Durchmesser leicht verwechselbar, gehören aber zu unterschiedlichen Spannungsklassen. Eine CR2032 mit 3 Volt in ein Uhrwerk zu legen, das für eine 1,55-Volt-SR-Zelle gebaut ist, kann die Elektronik überlasten, selbst wenn die Zelle mechanisch passen würde.
Code (Silberoxid/Lithium) Alkaline-Pendant Maße (Ø x Höhe) Spannung Typischer Einsatz Direkt kaufen
SR626SW / 377 LR626 / AG4 6,8 x 2,6 mm 1,55 V Analoge Armbanduhren, Low-Drain Varta SR626SW kaufen
SR920SW / 371 LR920 / AG6 9,5 x 2,05 mm 1,55 V Analoge Armbanduhren, Low-Drain Varta SR920SW kaufen
CR2032 20 x 3,2 mm 3 V Digitale Uhren, Chronographen, Tauchcomputer CR2032 Batterie kaufen
CR2016 20 x 1,6 mm 3 V Flache Digitaluhren, LCD-Modelle CR2016 Batterie kaufen
SW oder W: was der Buchstabe bedeutet. Die Endung SW kennzeichnet die Low-Drain-Variante für einfache Analoguhren mit gleichmäßig niedrigem Verbrauch. Die Endung W ohne S steht für High-Drain-Zellen, die Zusatzfunktionen wie Beleuchtung, Chronograph oder Alarm mit Strom versorgen. SR920SW (371) und SR920W (370) sind baugleich, aber chemisch auf unterschiedliche Stromlasten ausgelegt.

Alle vier Zellen bekommst du einzeln und direkt bestellbar; falls du daneben klassische Varta Batterien für Auto und Haushalt suchst, findest du das komplette Sortiment ebenso im Shop. Einen kompletten Überblick über Maße und Bauformen von der AAA-Zelle bis zur großen Rundzelle bietet zusätzlich die Batteriegrößen-Tabelle.

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Warum braucht deine Wanduhr eine andere Batterie?

Wanduhren mit Quarzwerk laufen überwiegend mit einer gewöhnlichen Mignon-Rundzelle vom Typ AA und benötigen damit ein ganz anderes Format als die Knopfzellen in Armbanduhren.

Ausnahmen mit Knopfzellen kommen bei kompakten oder besonders flachen Wanduhr-Werken vor, bleiben in der Praxis aber die Minderheit. Bevor du eine neue AA-Batterie einlegst, wirf trotzdem einen Blick ins Batteriefach: Bei manchen Design-Wanduhren mit sehr flachem Werk sitzt tatsächlich eine Knopfzelle wie die CR2032.

Wann lohnt sich der Uhrmacher für den Batteriewechsel?

Der Uhrmacher lohnt sich vor allem bei wasserdichten oder hochwertigen Uhren, weil die Wasserdichtigkeit nach einem Eigenwechsel nicht mehr garantiert ist. Die Gehäusedichtung kann beim Öffnen beschädigt oder beim Zusammenbau falsch platziert werden.

Gut zu wissen: Fachbetriebe kontrollieren und fetten die Dichtung nach jedem Batteriewechsel neu und führen anschließend einen Drucktest durch, um die Dichtigkeit wieder zu bestätigen. Genau dieser Schritt fehlt beim Wechsel in Eigenregie.

Bei einer einfachen Alltagsuhr ohne Tauchgang-Anspruch überwiegt dagegen der Vorteil des Selbermachens: Ein Werkzeugset kostet einmalig 10 bis 20 Euro und lässt sich für jeden weiteren Wechsel wiederverwenden. Beim Uhrmacher zahlst du für Standarduhren 10 bis 30 Euro Arbeitslohn plus 5 bis 20 Euro für die Zelle, bei Luxusuhren mit Dichtungswechsel und Dichtigkeitsprüfung liegen 50 bis über 100 Euro drin.

Bei der Zellchemie setzen Uhrenhersteller überwiegend auf Silberoxid. Diese Zellen (Kennung SR) halten die Spannung von 1,55 Volt über die gesamte Lebensdauer nahezu konstant und gelten als auslaufsicherer. Günstigere Alkaline-Zellen mit der Kennung LR liefern zu Beginn ähnliche Werte, ihre Spannung sinkt aber im Verlauf der Nutzung merklich ab.

Die Lebensdauer liegt bei den meisten Armbanduhren zwischen einem und drei Jahren, hochwertige Markenzellen schaffen laut Fachhändlern teilweise zwei bis vier Jahre. Eine Ausnahme bildet das Spezialkaliber Ronda 715Li mit CR2016-Zelle, das mit sehr niedrigem Verbrauch bis zu zehn Jahre durchhält, ohne dass sich dieser Wert auf gewöhnliche Uhren übertragen lässt.

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Zellencode und Gehäusetyp entscheiden über den nächsten Wechsel

Der größte Stolperstein beim Batteriewechsel liegt selten am Werkzeug, sondern an der Verwechslung von Spannungsklassen: Eine SR-Zelle mit 1,55 Volt und eine CR-Zelle mit 3 Volt sehen sich bei ähnlichem Durchmesser täuschend ähnlich, gehören aber in komplett unterschiedliche Uhrwerke.

Wenn du Gehäusetyp und Zellcode vorher richtig liest, dauert der eigentliche Wechsel oft nur wenige Minuten, ohne dass die Uhr danach klemmt oder falsch läuft. Bei einer robusten Alltagsuhr ohne Tauchgang-Anspruch lohnt sich der eigene Griff zu Gehäuseöffner und Pinzette fast immer, bei einer wasserdichten Taucheruhr oder einem wertvollen Erbstück eher der Weg zum Uhrmacher mit Dichtungstest.

Lies zuerst den Code auf der alten Zelle ab, bevor du irgendetwas bestellst, dann bestellst du garantiert die passende Batterie und nicht nur eine mit ähnlicher Größe.

Häufige Fragen zum Uhrenbatterie-Wechsel

Wie lange hält eine Uhrenbatterie in der Armbanduhr?

Die meisten Uhrenbatterien halten zwischen einem und drei Jahren, abhängig von Uhrwerk und Zusatzfunktionen wie Licht oder Chronograph. Hochwertige Markenzellen erreichen laut Fachhändlern teilweise zwei bis vier Jahre. Spezialkaliber mit sehr niedrigem Verbrauch erreichen in Einzelfällen bis zu zehn Jahre Laufzeit, das bleibt jedoch ein seltener Sonderfall.

Warum bleibt meine Uhr nach dem Batteriewechsel stehen?

Meist liegt es an der Polung oder am Kontakt: Prüfe, ob der Pluspol der neuen Zelle wie vorgeschrieben nach oben zeigt und ob Feder oder Halteklammer wieder vollständig eingerastet ist. Auch ein Fingerabdruck auf den Kontakten kann durch Oxidbildung die Stromübertragung stören, deshalb lohnt ein zweiter Blick mit der Kunststoff-Pinzette.

Kann ich eine Silberoxid-Zelle durch eine Alkaline-Zelle ersetzen?

Ja, sofern Größe und Spannung exakt übereinstimmen, etwa LR626 statt SR626SW. Alkaline-Zellen sind günstiger, halten die Spannung über die Nutzungsdauer aber weniger konstant und gelten als weniger auslaufsicherer. Für Präzisionsuhren empfehlen Fachhändler deshalb weiterhin die Silberoxid-Variante.

Passt eine CR2016 auch, wenn meine Uhr eine CR2032 verlangt?

Nein, beide Zellen haben zwar denselben Durchmesser von 20 Millimetern, unterscheiden sich aber deutlich in der Höhe: 1,6 Millimeter bei der CR2016 gegenüber 3,2 Millimetern bei der CR2032. Eine zu dünne Zelle sitzt im Fach lose und stellt keinen sicheren Kontakt her, eine zu dicke passt oft gar nicht ins Fach.

Was kostet der Batteriewechsel beim Uhrmacher im Vergleich zum Selbermachen?

Ein Uhrmacher verlangt für Standarduhren meist 10 bis 30 Euro Arbeitslohn zuzüglich 5 bis 20 Euro für die Zelle, bei Luxusuhren mit Dichtungswechsel liegen 50 bis über 100 Euro drin. Der Eigenwechsel kostet dagegen nur den Preis der Zelle plus ein einmaliges Werkzeugset für 10 bis 20 Euro, das sich für jeden weiteren Wechsel wiederverwenden lässt.


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